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  • AutorenbildHeinz Locher

Blog1: Nun geht es los

Aktualisiert: 28. Aug. 2023

Meine Reise in die weite und oft unergründliche Welt des Gesundheitswesens begann im Mai 1967.
(27. Juli 2023) Das neue Ausbildungsprogramm des SRK (wir werden ihm später noch begegnen) stellte – neusten medizinischen Entwicklungen entsprechend - erhöhte Anforderungen an die damaligen «Kranken-schwestern AKP» welche das Hauptpersonalkontingent im somatischen Akutspital bildeten. Deshalb mussten die Frischdiplomierten nach Abschluss der Ausbildung verschiedenenorts ein sogenanntes Ergänzungsjahr absolvieren, so auch in der «Rotkreuz-Krankenpflegeschule Lindenhof Bern». Recht-lich stand diese Verpflichtung auf wackeligen Füssen, sie wurde aber bereits bei der Anmeldung eingefordert, gemeinsam mit der Verpflichtung zur Teilnahme an der Rekrutierung für den Rotkreuz-dienst der Armee. Wer wollte schon seine Chancen zur Aufnahme in einer der führenden Kranken-pflegeschulen unseres Landes (nebst «Le Bon Secours, Genf» und «La Source», Lausanne) durch eine Weigerung, zu unterzeichnen, schon gefährden. Dieses Ergänzungsjahr sollte der Festigung des Gelernten dienen. In Ergänzung zum Lehrstoff der Grundausbildung wurden auch Themen wie «Organisation des Pflegedienstes» ins Programm aufgenommen. Und damit kam ich – ungeplant und vorerst ohne davon zu wissen – ins Spiel.
Und das ging so: Frau Oberin Oeri wendete sich im Namen der Krankenpflegeschule an den Direktor des Betriebswissenschaftlichen Instituts und Ordinarius für Betriebswirtschaftslehre, Prof. Walter Müller, mit dem Ersuchen, er möge doch einen der drei Assistenten zur Unterrichtserteilung über Organisations- und Führungsfragen zur Verfügung stellen. Keiner war an einer solchen, offenbar unter seiner wissenschaftlichen Würde liegenden Aufgabe interessiert (barmherzigerweise nenne ich hier keine Namen). Die drei haben später trotzdem (oder deswegen) eine brillante Karriere im Dienste des «Service Public» gemacht. Sie können sich ja gegebenenfalls selber outen.
Als Ersatz wurde ich angefragt. Es war bekannt, dass ich im Erstberuf Primalehrer gewesen war, zudem war ich offenbar in den betriebswirtschaftlichen Seminaren durch meine hartnäckigen, mitunter kritischen Fragen aufgefallen (was als Tugend gewertet wurde). So wurde ich bereits im sechsten Semester zum Dozenten.
Und nun die erste Abbildung – der Rivella-Claim Zwar ahnte ich es, wusste aber nicht, was es war: Wer nicht einen Beruf des Gesundheitswesens aus-übte, sollte sich gefälligst nicht zu Themen wie der Spitalführung äussern, und schon gar nicht die irrige Auffassung vertreten, Erkenntnisse aus andern Bereichen zu übertragen, denn «Das Gesund-heitswesen ist anders als alle andern». Das ist oft, wenn auch nicht immer, eine Schutzbehauptung: Ethik und Monetik sind auch im Gesundheitssystem Teil der Realität. Dieses Spannungsverhältnis sollte mich stets begleiten, ich habe gelernt, damit umzugehen und gab ihm einen Namen und ein Bild: «Der Rivella-Claim». Denn der Anspruch, anders als alle andern zu sein, begleitete auch die Markt-einführung von Rivella als Milchserumgetränk. Die Marketingabteilung stellte mir freundlicherweise eine PDF-Fassung des betreffenden Plakats zur Verfügung (herzlichen Dank, Herr Schönle), die mich an viele Referate begleitete.

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Die Gnade der frühen Geburt – einmal Pionier, immer Pionier. Ein Blick zurück auf ein etwas besonderes Berufsleben Dr. rer. pol. Heinz Locher, Gesundheitsökonom (27.07.2023)



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